Bei der Energieversorgung gibt es durchaus innovative Entwicklungen jenseits ausgefeilter Energiemanagementmodelle: Eine davon hat nun sogar einen Preis gewonnen bei der kürzlichen Verleihung des Immobilienmanager-Awards 2016, dem selbsternannten Immobilien-Oscar. Das Joint Venture von LEG Immobilien und RWE über die Energieversorgung, das Anfang 2015 aufgesetzt wurde und die Energieversorgung von immerhin rund 100.000 Bewohner von LEG-Wohnungen neu aufstellt. Der Witz dabei: Die LEG übernimmt die Mehrheit an dem Joint Venture und hat damit einen weit größeren Einfluss auf die Preisgestaltung als üblich. Bisher versuchten Energieversorger und – dienstleister es andersherum, nämlich durch Contracting- und/oder Mieterstrommodelle die Herrschaft über Strom- und Wärmeversorgung in den Immobilien zu gewinnen. Nun aber ist es andersherum. Die Herrschaft liegt beim beim Immobilieneigentümer. Der hat, anders als der Energieversorger, grundsätzlich kein Interesse an der Optimierung von Preisen, die er ja auf die Mieter abwälzt. Er kann gleichwohl für die technische Optimierung der Anlagen sorgen, so dass – im besten Fall – die Mieter eine effiziente Strom – und Wärmeversorgung zu günstigen Preisen erhält.

In ihrer schlichten Schönheit ist dieses Geschäftsmodell fast ergreifend. Man fragt sich, warum Immobilienunternehmen nicht schon früher auf diese Idee gekommen sind. Sicher, ganz trivial ist diese Fingerübung nicht gewesen. Aber erfolgreich. Und im Zeitalter der Blockheizkraftwerke zur Nachahmung empfohlen. Wenn es mit diesem Geschäftsmodell etwas mehr Erfahrungen gibt, ist nicht einzusehen, warum es sich nur bei der Versorgung von halben Großstädten zur Anwendung kommen soll.

Schön auch, dass hier endlich mal ein Großunternehmen zeigt, dass Innovation nicht nur in Start-ups stattfindet. Mal schauen, wo es noch mehr solcher Beispiele gibt.

Paradigmenwechsel: Immobilien kapern Energieversorgung

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