Es gibt Dinge, die einen dauernd nerven, aber jeweils zu wenig Zeit beanspruchen, um eine grundsätzliche Lösung herauszufordern. Formulare – und von denen gibt es viele in unserem gut verwalteten Land – gehören dazu. Da ist es schön, wenn sich andere darum kümmern. Das tut MyRealID mit der ohnehin unbeliebten Selbstauskunft. Die ist bei Mietern und Vermietern gleichermaßen unbeliebt. Mieter nervt die trockene und schematische, für jede Wohnungsbewerbung neu zu erteilende Auskunft, die in ihrer Anspruchslosigkeit keinen Platz für Individualität lässt. Vermieter nervt das auch, außerdem in den Märkten mit knappem bezahlbaren Wohnungsangebot die Flut von Bewerbungen, die geprüft sein wollen. Was liegt da näher als sowohl das Eine wie das Andere zu digitalisieren. Jedenfalls für Münchener, Berliner, Hamburger, etc.. Der Bewerber spart sich die wiederholte Arbeit (wenn er sich nicht schon ein eigenes Format gebastelt hat), dem Anbietern bietet eine digitale Selbstauskunft die Grundlage für eine automatisierte Auswertung. Praktisch, eigentlich. Jedenfalls, wenn man seine Wohnung über MyRealID sucht.

Ich persönlich finde spannend, an welchen Stellen eines Prozesses Digitalisierung ansetzt. Wer denkt schon an öde Selbstauskünfte, wenn er über einem Geschäftsmodell brütet? Da gilt wieder die schlichte Wahrheit, dass in einem wiederkehrendes Problem immer auch eine Business Idee schlummert. Versuchen wir unseren Alltag in Zukunft etwas mehr durch diese Brille zu sehen und wünschen wir MyRealID viel Glück. Ganz allein sind sie mit ihrer Idee nicht mehr, aber im Wettbewerb der vielen Vermittlungsplattformen ist das evt. eine halbe Nasenlänge Vorsprung. Lesen Sie selbst.

Selbstauskunft My Real ID

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