Kommen wir zum Ende des IREBS Innovation Monitor 2.0. Thema Diffusion und Innovationscluster. Anspruch: Eine – erstmalige – Analyse „wie Innovationen in der Immobilienbranche diffundieren und ob sich bereits Innovationscluster herausgebildet haben.“ Außerdem sollen Diffusionsdynamiken erfasst und aufgeschlüsselt sowie Risikocluster definiert werden. „Diese Risikocluster bilden unter Anderem die Überwachungsintensität von Innovationen in einem Branchensektor ab, und dies gibt damit die unternehmensinterne Position gegenüber dem Markt wieder. Damit kann analysiert werden ob Gefahren für das eigene Geschäftsmodell für eine bestimmte Gruppe bestehen… Es wird auch untersucht, ob und für wen das Risiko, disruptive Innovationen zu unterschätzen … existiert.“ Alles klar? Jedenfalls hat sich das Gutachten hier viel vorgenommen, vorsichtig gesagt.

Ergebnisse: Frankfurt führt die Big Six im Städteranking an, Hessen = Frankfurt führt vor NRW, aber auch in Regensburg, Holzminden! und Münster gibt es Innovationscluster. Leider bleibt die Methodik der Ermittlung unklar. Auch was unter einem Innovationscluster eigentlich genau zu verstehen ist. Bei den Branchen liegen Projektentwickler, Finanzierungsunternehmen und Immobilieninvestoren hinten. Das überrascht ein wenig. Leider wird auch hier weder die Methodik deutlich, noch gibt es einen Erklärungsversuch. Es soll ja durchaus innovative Projekte geben. Unterschätzt sich die Branche da vielleicht ein wenig? Die übrigen Ergebnisse bestätigen, was man sich gedacht hat: Große und alte Unternehmen sind langsamer als junge und kleine. Zum Thema Diffusionsdynamik werden Innovationsrisiko-Matrixen präsentiert. Der Zusammenhang erschließt sich auch weiterhin nicht. Interessanter der Abschnitt über Innovationsmodelle: Produktinnovationen sind offenbar selten bis sehr selten, Service – und Prozessinnovation gibt es häufiger. Mit Systeminnovationen beschäftigen sich etwa die Hälfte der Befragten. Das ein oder andere Beispiel, was sich hinter den ganzen Begrifflichkeiten verbirgt, hätte der Sache gut getan. Am Ende des Kapitels noch ein weitere Grafik, wer er radikale, und wer eher „inkrementelle“ Innovationen entwickelt. Auch wenig überraschend: Kleine und junge Unternehmen sind eher radikal, große und alte eher inkrementell.

Zuletzt: Steuern und Innovation. In Teil 1 wird dabei untersucht, welche Unternehmen steuerliche und bilanziellen Neuerungen systematisch verarbeiten und dafür organisatorische Vorkehrungen treffen. Früher hätte man das in einer Compliance-Studie untersucht. Heute ist auch das – Innovation! Ganz zuletzt Ausführungen zur steuerlichen Forschungsförderung in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern. Ergebnis: Eher mau in Deutschland. Aktuell werde aber über eine Steuerreform diskutiert, die das für internationale Firmen verbessere. Nein, liebe IREBS, die Diskussion über die steuerliche Forschungsförderung läuft seit 10 Jahren und ist bisher noch immer ohne Ergebnis geblieben.

Liebe IREBS’ler, seht mir die gelegentlich lästerlichen Anmerkungen nach. Ich finde Eure Studie sehr verdienstvoll, aber storytelling sieht anders aus. Bitte erklärt uns: Was ist ein Innovationscluster? Und wie sieht das Innovationscluster in Holzminden aus? Wenn nicht jede Hochschule ein Innovationscluster und jede Steueränderung eine Innovation ist, dann wäre gut zu wissen, was in Holzminden, Regensburg und Münster innovationsmäßig so läuft. Daraus würden wir mehr lernen als aus mancher Kugelgrafik.

Diffusion in Holzminden: IREBS Innovation Monitor letzter Teil

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