Big Data Cartoon

Die Königsdisziplin des neuen digitalen Zeitalters scheint Big Data zu sein. Über Catellas Big Data-Studie hatte ich ja schon berichtet. Dort wird abgefragt, wie viele der Umfrageteilnehmer Big Data zur Grundlage ihrer unternehmerischen Entscheidungen machen. Nicht ganz sicher ist, ob die Teilnehmer auch tatsächlich ein klares und gemeinsames Verständnis von Big Data haben. Um es vorauszuschicken, Leute: Das Zusammenschieben von ein paar Excel-Tabellen ist nicht Big Data! Und: Die Datenmengen, die mit Big Data gemeint sind, sind wirklich, wirklich big. So big, dass man sich fragen kann, wer von den Befragten tatsächlich Big Data Management betreibt. Nicht ohne Grund kommt die Big Data – Bewegung wieder einmal aus den USA mit einer grundsätzlich anderen Verfügbarkeit von Massendaten (um es vorsichtig zu formulieren). Insofern wäre es interessant zu erfahren, mit welchen Daten und Datenmengen in der Immobilienbranche tatsächlich gearbeitet wird.

Überhaupt sind noch viele Fragen offen. Z.B. die der sog. „use cases“, also der Anwendungsfelder von Big Data. Dazu gibt es mittlerweile eine Menge Beispiele (Real-time Berechnung der Grippeausbreitung in den USA durch die Firma mit dem „g“, die Bändigung hochfliegender Kanaldeckel der New Yorker Kanalisation, und sowieso Amazon & Co. (lesenswert dazu übrigens das Buch von Mayer-Schönberger/Cukier, Big Data – Die Revolution, die unser Leben verändern wird [schon wieder … Anm. d. Verf.]). Nur aus der Immobilienbranche scheint es dazu selbst im Land der (Informations-) Freiheit nicht viel zu geben. In Deutschland scheint die Diskussion auch noch nicht viel tiefer geführt zu sein, als viele „Digitalisierungs“ – Diskussionen. Thomas Beyerle und Andreas Schulten haben Anfang des Jahres in der gif-Postille wenigstens einen Anfang versucht. Während Beyerle von den Errungenschaften der „predictive analytics“, „predictive maintenance“ und „predictive behavioural targeting“ schwärmt, hält Schulten Big Data für Immobilienmarktdatenbanken für nicht einsetzbar. Das ist kein Widerspruch, es zeigt vielmehr, dass die Big Data-Diskussion (wie auch die Digitalisierungsdiskussion im Allgemeinen) viel differenzierter geführt werden muss.

Es gibt nämlich durchaus Bereiche, in denen Big Data aktuell und sinnvoll eingesetzt wird. Neben den von Beyerle genannten ist dies vor allem bei der Verbesserung der Effizienz des Energieeinsatzes der Fall. Unternehmen wie smartB, die Verbrauchsmuster errechnen, nutzen Big Data. Und niemand wird behaupten, dass das Big Data – Potential damit schon ausgeschöpft ist. Weitere Use Cases werden sich entwickeln.

Die Lösung aller irdischen Probleme ist Big Data trotzdem nicht, auch wenn sich bei der Lektüre mancher Beiträge dieser Eindruck aufdrängt. Manchmal kommt es tatsächlich auf „richtige“ Daten an, nicht nur auf viele. Bleibt also zu hoffen, dass der Big Data Hype möglichst bald dem nüchternen Blick auf die use cases weicht. Dann wird sich herausstellen, wofür Big Data gut ist – und wofür nicht.

Für eines aber ist Big Data allerdings auf jeden Fall gut. Für eine Reihe neuer Geschäftsmodelle, die sich mit der Datenerfassung und Datenauswertung befasst. Mal schauen, wie sich der Immobilienresearch-Markt entwickeln wird. Das ist auch deswegen spannend, weil Big Data Analyse weder sonderlich viel Immobilien-Know-How verlangt, noch ein besonderes Netzwerk.

Big Data Use Cases: Über den Nutzen

Ein Gedanke zu „Big Data Use Cases: Über den Nutzen

  • 14. Dezember 2015 um 18:54
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    BigData ist die Voraussetzung für Big Data Analytics: Hadoop ist die Framework-Plattform, auf der entsprechende Programme entwickelt werden, u.a. von Datameer vom Hallenser Stefan Groschupf mit Hauotsitz im Silicon Valley – der Finanzierung wegen – und Büros in Berlin und Halle – der günstigeren Programmierer wegen 😉

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