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In der Energiebranche tut sich so einiges, was auch für die Immobilienwirtschaft von Bedeutung ist. Von Bedeutung sind dabei vor allem Geschäftsmodelle, die den Energieverbrauch senken helfen. Dabei ist ein interessantes Phänomen zu beachten:  „Smart home“ – Ideen inklusive der unvermeidlichen Steuerung des privaten Verbrauch über das Smartphone stoßen überall auf großes Interesse – außer bei den Nutzern. Das darf man jedenfalls der IVD-Studie Digitalisierung und Immobilien: Smart – Home – Technologien entnehmen. Die Rücklaufquote bei der Befragung war mit 2,6 % selbst für eine nervige Verbandsumfrage außerordentlich gering. In erfrischender Offenheit wird gleich zu Beginn festgestellt, dass die Nachfrage nach Smart Home – Technologien sowohl bei Mietern als auch bei Käufern von Immobilien gering war. Das größte Interesse besteht noch bei Rauchmeldern! Heizung – und Temperatursteuerungen landen immerhin auf Platz 2, aber den Einkauflisten schreibenden Kühlschrank braucht per heute offenbar niemand (ich auch nicht). Also scheinbar eher ein virtueller Hype.

Dort wo die praktische Relevanz aber tatsächlich sehr hoch sein sollte, nämlich bei den Gewerbeimmobilien trifft man immer noch auf wenig Sensibilität. Jedenfalls bei den Vermietern. Sicher, es gibt sie, die stark vermarkteten Leuchtturmprojekte mit Sensoren an jedem Klodeckel. In der Breite gibt es jedoch erheblichen Nachholbedarf. Aber wer weiß, wie lange sich es Mieter noch gefallen lassen, überflüssige Nebenkosten einfach durchgereicht zu bekommen. Bisher gibt es keine Anzeichen für flächendeckende Mieteraufstände, selbst bei problematischen, weil monopolistisch organisierten Energien wie der Fernwärme. Das aber wird sich ändern, je stärker das Problembewusstsein wächst. Die Existenz intelligenter Lösungen ist daher für gewerbliche Immobilieneigentümer eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Denn wie lange darf man als Vermieter den Einsatz von Technologien, die den Energieverbrauch nachweislich senken, einfach ignorieren? Rechtlich dürfen sich die Vermieter bisher noch sicher fühlen. Nur wenn die Energiewende im Gebäudebereich weiterhin so schlecht vorankommt wie bisher, dann wird die Politik zum Umdenken gezwungen. Ein Grund mehr, sich mit den neuen, nicht nur digitalen Technologien ein wenig näher zu beschäftigen.

Energieversorgung: Smart home ohne Nachfrage – Smart Office ohne Angebot

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