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Die Immobilienbranche wirbt ja in der Politik gerne damit, eine Branche zu sein, deren Wertschöpfung vorwiegend in Deutschland stattfindet. Das ist mit der Digitalisierung der Wertschöpfungsketten nicht mehr zwangsläufig. Der Markt für digitale Geschäftsmodelle ist global. Insofern lohnt sich für Anbieter wie für Nachfrager der Blick über die Grenzen. Einen aufschlussreichen Überblick über den Markt in den USA (40 Billionen US$ an Assets, 1,3 Billionen US$ Wertschöpfung p.a., 300 Mio. US$ Investment in Real Estate Tech-Firmen allein im letzten Quartal 2014) verschafft uns dabei Ben Zimmer unter www. techcrunch.com/2015/10/22/the-realities-of-the-real-estate-technology-sprawl/. Wer allerdings glaubt, dass es ohnehin keine Chancen gegen das Silicon Valley gibt, sieht sich getäuscht: Auch in den USA konzentrieren sich die Investment ins digital real estate stark auf Wohnungsmaklerplattformen. Offenbar – auch interessant – entwickeln sich die USA mehr und mehr zum Mieterland. In anderen Bereichen der Immobilienwertschöpfung klaffen dabei selbst im gelobten Land der neuen Technologien noch erhebliche digitale Lücken. Ganz anders, erstaunlicherweise, das Vereinigte Königreich: Zwar ist die Tech-Industrie laut Financial Times auch dort dabei, den Immobiliensektor aufzumischen, wobei neben Maklerplattformen – wen wundert’s – auch Immobilien-Finanzierungsplattformen zahlreiche Investoren anziehen. Selbstkritisch wird von Beobachtern jedoch auch in Großbritannien angemerkt, dass das Investitionsvolumen „isn’t going to move the needle“. Was lernen wir also: Erstens, Deutschland ist mit seinen Problemen der Venture Capital-Finanzierung zumindest in Europa in guter Gesellschaft. In anderen europäischen Ländern sieht es nicht besser aus. Zweitens, das alte Europa muss zusehen, dass es den Anschluss nicht verliert. Drittens, Investoren scheinen in der Summe diesseits wie jenseits des Atlantiks doch immer auf die gleichen (Geschäftsmodell-) Pferde zu setzen. Mal schauen, wann die Real Estate Tech Investments ein breiteres Angebot neuer Unternehmen bekommen. Viertens, www. techcrunch.com kommt in unsere Link-Sammlung.

Und anderswo?

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