Schauen wir uns ein wenig in der Shopping Center – Welt um. Da soll ja so einiges los sein. Nun ja, eigentlich geht es dabei eher um den Handel als um die Immobilie. Doch auch die Shoppingcenterbetreiber setzen auf Digitalisierung, schon um den stationären Handel (und damit ihre Mieten) vor dem bösen Online-Handel zu retten. So oder so, wenn es um „Kundenorientierung“ geht, darf man ruhig einmal einen Blick über den Zaun werfen. Und der lässt einen je nachdem, wie man so gepolt ist, erschauern: Bodyscanner registrieren demnächst bereits beim Betreten eines Centers unsere Körpermaße, der persönliche Einkaufsassistent (unser Handy) gibt uns gezielt Kleidungstipps und ein Mall-Avatar führt uns direkt zum richtigen Shop. Auf dem Weg dorthin wird uns Such- und Bewegungsverhalten von digitalen Assistenten analysiert, die Shops auf unserem Weg senden uns automatisch ihre Angebote. Im Restaurant dampft bereits das vorbestellte Essen auf dem Tisch. Satt und glücklich nach dem Einkaufserlebnis führt uns unser Assistent direkt zum Auto im Parkhaus (das ist mal praktisch!). Westfield, die Mutter aller Shopping Center Betreiber, ist bereits in der Testphase. Spott beiseite, liebe Leser. Fühlen wir uns bei so viel Fürsorge nicht irgendwie doch unwohl? Man muss nicht NSA-paranoid geworden sein, um die Begeisterung über das vermeintlich perfekte Kundenerlebnis skeptisch zu sehen. Die Reserviertheit vieler Unternehmen gegenüber den vermeintlichen Gefahren der Cloud und der damit verbundenen Preisgabe eigener Daten steht in merkwürdigem Kontrast zu der Unbekümmertheit, mit der Kunden und ihre Daten erfasst und ausgebeutet werden. Was passiert eigentlich mit all den Informationen? Limitierende Faktoren sind neben den erheblichen Kosten für die Umrüstung von Shopping Centern (51 Mio. € pro Center nach Auskunft von Drees & Sommer) noch die Bereitschaft des Handels, sich auf die digitale Welt einzulassen (rund 30 % bisher). Bisher wird nach Auskunft der Beteiligten auch erst einmal nur experimentiert. Ausgereifte Strategien gibt es in der mythischen Schlacht um den Kunden offenbar auch bei den Großen bisher kaum. Übrigens: In der Medienwelt sorgt gerade ein Produkt namens Adblock Plus für Furore, das „für ein Web ohne nervige Werbung“ wirbt. Die Gegenseite rüstet also auch auf. Es geht in die nächste Runde.

Shopping Center: „Meine Mall versteht mich“.

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