BIM_Illustration

Die Bauindustrie ist für die Immobilienleute ja nicht häufig Vorbild. Aber, hey, sie gehört auch zur Immobilienwirtschaft. Also, warum nicht einmal genauer hinschauen, was dort passiert? Denn auch die Bauwirtschaft hat die Digitalisierung entdeckt. Hier heißt das Thema Building Information Modeling. Nun ja, genau genommen hat die deutsche Baubranche BIM so sehr entdeckt, wie Kolumbus Amerika, aber sei’s drum. Anderswo gibt es BIM schon länger. In Deutschland auch, nur hat es einiger Bauprojektpleiten größeren Ausmasses bedurft, um das Thema auf der Tagesordnung weiter nach oben zu setzen. Manchmal haben die Gesetze der Medienwelt auch ihre Vorteile. BIM hat eigentlich schon viel länger eine strategische Bedeutung für die deutsche Bauindustrie. So richtig vorangegangen ist es trotzdem nicht, auch weil man zu viele Player an einen Tisch bringen muss. Jetzt sorgt die Politik mit sanftem Druck (versüßt mit reichlich Fördergeldern) dafür, dass voran geht. Ein Tanker setzt sich in Bewegung. Dazu bei Gelegenheit mehr. Spannend ist, dass die Bauwirtschaft im Kern ein Problem lösen muss, das die  Immobilienwirtschaft auch hat. Bausoftware gibt es in Hülle und Fülle, jedenfalls so viel wie Asset-, Property- und Facility Management Software. Nur funktionieren die Systeme in der Regel am besten mit ihresgleichen. Die Planung und Errichtung eines Bauwerks erfordert aber die Abstimmung zwischen zahlreichen Protagonisten – genauso, wie das Management von Immobilien. Der Datenaustausch kann mit der erforderlichen Präzision aber nur dann erfolgen, wenn die gleichen Standards bei allen Beteiligten angewendet werden. Diese Standards gibt es (für BIM) streng genommen schon in Form der international anerkannten sog. IFC-Standards. Aber mei, wir sind ja in Deutschland, da wird nix einfach übernommen. Also wird neu standardisiert (unter Berücksichtigung der IFC-Standards). Für die Immobilienleute hat BIM potentiell einen hohen Nutzen: Mit BIM entsteht ein vollständiges digitales 3-D-Modell eines Gebäudes. So ein Modell enthält eine Menge wertvoller Daten, die auch für die Bewirtschaftung von Bedeutung sind. Mittlerweile wird heftig daran gearbeitet, diese Daten gleichsam als Beginn des Lebenszyklus einer Immobilie auch für die weiteren Lebensphasen verfügbar zu machen. So ganz scheint es noch nicht zu klappen. Andere Länder beschränken sich gleich auf die Planungs- und Bauphase. Aber jetzt kommt’s: ob und wie es mit BIM in Deutschland weitergeht, wird nach allgemeiner Meinung davon abhängen, ob die Auftraggeber BIM wollen. Also: Investoren und Projektentwickler, es liegt an Euch. Macht Euch BIM zunutze – nicht nur beim Planen und Bauen. Nicht nur zuschauen. Einmischen bitte.

BIM: Schaut auf die Bauindustrie
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